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Die Rolle des größten Organells in Nervenzellen verstehen - Marijn Kuijpers erhält 1,5 Millionen Euro Förderung vom Europäischen Forschungsrat (ERC)

Dr. Marijn Kuijpers vom Leibniz-Forschungsinstitut für Molekulare Pharmakologie (FMP) erhält einen der prestigeträchtigen Starting Grants des Europäischen Forschungsrats (ERC). Kuijpers wird die mit 1,5 Millionen Euro dotierten Fördermittel nutzen, um das Endoplasmatische Reticulum (ER) in Nervenzellen zu untersuchen, ein großes intrazelluläres Organell.

Das ER (in blau) in Nervenzellen, oder Neuronen, ist sehr groß und wird auch als "Neuron im Neuron" bezeichnet. Es erstreckt sich bis in das lange Axon hinein. In dem vom ERC ausgezeichneten Projekt soll untersucht werden, welche Rolle die verschiedenen Funktionen des ER bei der Übertragung von Nervensignalen und bei der Neurodegeneration spielen. Bildautorin: Marijn Kuijpers

Das Innere einer Zelle ist in voneinander getrennte Abschnitte, die Organellen unterteilt, die alle bestimmte Aufgaben zu erfüllen haben. Der Zellkern beherbergt zum Beispiel unser genetisches Material, während die Mitochondrien die für Zellprozesse benötigte Energie erzeugen. Das Endoplasmatische Retikulum (oder ER) ist das größte Zellorganell und erfüllt zahlreiche Aufgaben. So spielt es eine zentrale Rolle bei der Synthese und dem Transport von Proteinen und Lipiden sowie bei der Speicherung von Kalzium.
Obwohl eine Fehlfunktion des ER mit der Entwicklung neurodegenerativer Erkrankungen in Verbindung gebracht wird, wissen wir nur sehr wenig darüber, wie dieses riesige Organell die einzigartige Funktion der Zellen unseres Nervensystems unterstützt.
Nervenzellen sind verantwortlich für unsere Fähigkeit, uns zu erinnern und alle notwendigen Lebensfunktionen zu koordinieren. Und sie haben ganz besondere Eigenschaften. Sie sind z.B. sehr groß, denn ihre Hauptaufgabe ist die Übertragung von Impulsen über extrem lange Strecken. Diese wichtige Aufgabe der Signalübertragung spiegelt sich auch in der Asymmetrie der Nervenzellen wider: Sie haben Dendriten genannte Fäden, die Impulse von anderen Nervenzellen empfangen, und einen dünnen, sehr langen Faden, das Axon, welches das Signal an andere Zellen weiterleitet. Um diese großen, funktionell sehr unterschiedlichen Strukturen wachsen zu lassen und zu erhalten, sind Nervenzellen auf die richtige Sortierung von Proteinen, Lipiden und eine korrekte Verteilung anderer zellulärer Elemente angewiesen - alles Prozesse, bei denen das ER wahrscheinlich eine entscheidende Rolle spielt. Darüber hinaus hängt die Übertragung von Nervenimpulsen in hohem Maße von Veränderungen der Kalziumkonzentration ab, was wiederum darauf hindeutet, dass das ER in diesen Zellen eine zusätzliche Rolle spielen könnte.
Das Team um Marijn Kuijpers wird innovative bildgebende Verfahren einsetzen, welche die Visualisierung von ER-ansässigen Proteinen, ER-Dynamik und ER-Prozessen, wie der Kalziumspeicherung, innerhalb der Nervenzelle ermöglichen. Im geförderten Projekt „synERgy“ erforschen die Wissenschaftler:innen, die Rolle des ER in Nervenzellen, um letztlich zu verstehen, wie Defekte in der Funktion des ER zur Neurodegeneration beitragen.

Über die ERC-Grants: Das Förderprogramm des Europäischen Forschungsrats (ERC) ist eines der renommiertesten in Europa. Starting Grants unterstützen exzellente Forscher:innen, die mit einem eigenen unabhängigen Team oder Programm beginnen.  Die Grants sind mit bis zu 1,5 Millionen Euro über fünf Jahre dotiert.

Kontakt
Dr. Marijn Kuijpers
Leibniz-Forschungsinstitut für Molekulare Pharmakologie (FMP)
Abteilung Volker Haucke
Robert-Rössle-Str.10
13125 Berlin, Campus Berlin-Buch
E-Mail: Kuijpers@fmp-berlin.de
www.leibniz-fmp.de/haucke


Öffentlichkeitsarbeit
Silke Oßwald
Leibniz-Forschungsinstitut für Molekulare Pharmakologie (FMP)
Robert-Rössle-Str.10
13125 Berlin, Campus Berlin-Buch
E-Mail: osswald@fmp-berlin.de


Das Leibniz-Forschungsinstitut für Molekulare Pharmakologie (FMP) gehört zum Forschungsverbund Berlin e.V. (FVB), einem Zusammenschluss von sieben natur-, lebens- und umweltwissenschaftlichen Instituten in Berlin. Die vielfach ausgezeichneten Einrichtungen sind Mitglieder der Leibniz-Gemeinschaft. Entstanden ist der Forschungsverbund 1992 in einer einzigartigen historischen Situation aus der ehemaligen Akademie der Wissenschaften der DDR.

 

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